Stromanbieterwechsel – was man beachten muss

Jetzt handeln. Lassen Sie sich die hohen Strom- und Gaspreise nicht länger bieten. Wechseln Sie den Anbieter. Es ist einfach und völlig risikolos. Und es lohnt sich.

Sie freuen sich ausnahmsweise mal auf den Winter, die deutschen Gasverbraucher. Schließlich ist der Gaspreis an den des Erdöls gekoppelt. Und dieser ist im Vergleich zu den Höchstständen des Vorjahres fast um die Hälfte gefallen. Da sollte doch ein deftiger Nachlass zu erwarten sein.

Zu früh gefreut. Gerade mal ein Drittel der 760 deutschen Gasversorger hat für die kalten Monate Preissenkungen angekündigt, und im Bundesdurchschnitt nur um magere drei Prozent. Dabei wären angesichts der günstigen Marktkonditionen locker Abschläge von 5 bis 10 Prozent drin. Noch ärgerlicher sieht es beim Strom aus. Mehr als 20 Anbieter wollen die Preise schon wieder anheben. So dreist wie hierzulande wird für Energie nirgendwo sonst in der Europäischen Union abkassiert.

Mit einem funktionierenden Wettbewerb und fairen Preisen habe das alles nichts zu tun, kritisiert die Monopolkommission. Die Institution, die den Staat in Wettbewerbsfragen berät, hält allerdings die Verbraucher für mitschuldig an der Situation. Sie seien nicht genügend informiert und zu träge. Aus Unsicherheit, vielleicht ohne Strom und Gas dazustehen, prüfen noch immer viel zu wenig Kunden die Angebote der Konkurenz und lassen sich so oft viel Geld entgehen. Dabei sind viele Bedenken unbegründet und schnell zu beantworten.

Wechsel ohne Stress – die wichtigsten Fragen

Wer kann wechseln?
Der Stromversorger kann grundsätzlich von jedem Haushalt gewechselt werden. Bei Gas ist die Lage etwas komplizierter, da zumindest bei Mietern der Verbrauch meist über die Nebenkosten abgerechnet wird. So kann der Einzelne hier wenig ausrichten. Deshalb sollten sich alle Mieter eines Hauses zusammentun und den Eigentümer überzeugen, zu einem billigeren Gasversorger zu wechseln.

Wie funktionert der Wechsel?
Wer noch nie seinen Versorger gewechselt hat, kann zum Ende des jeweils nächsten Monats kündigen. Wer den Sprung schon mal gewagt hat, ist an die Fristen seines jeweiligen Vertrages gebunden. Einschränkung: Bei einer Preiserhöhung des Versorgers ist eine sofortige Kündigung möglich. Diese sollte dann aber vom Kunden selbst getätigt werden. Da die Preise häufig schwanken, empfiehlt es sich, Verträge höchstens für ein Jahr abzuschließen. Es gilt immer: Der Wechsel ist kostenlos. Wechselgebühren sind unzulässig. Ein Fakt, der häufig unklar kommuniziert wird.

Wie lange dauert der Wechselprozess?
Der Zeitraum bis zur endgültigen Trennung ist je nach Anbieter unterschiedlich. Im Regelfall sollte mit sechs bis acht Wochen kalkuliert werden. Die Umstellung erfolgt immer zum Monatsanfang. Als Kunde bemerkt man den Prozess nur durch den neuen Firmennamen und den günstigeren Preis auf der Rechnung. Aufpassen beim Umzug: Wer diesen mit einem Anbieterwechsel verbinden will, muss den Vertrag sechs bis acht Wochen vor Umzug abschließen. Sonst besteht mit Einzug automatisch ein Vertrag mit dem Grundversorger im Standardtarif.

Wie viel Geld kann bei Gas oder Strom gespart werden?
Sowohl bei Strom als auch bei Gas ist die Ersparnis von Ort zu Ort unterschiedlich. Beispiel Strom: Eine Hamburger Familie zahlt bei einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden pro Jahr bei Vattenfall im Basistarif 828 Euro. Der Tarif von Teldafax liegt laut Verivox bei 704 Euro. Sparpotenzial 124 Euro. Mit Vorauskasse und Kaution bei Flexstrom sogar 281 Euro. Beispiel Gas: Eine Berliner Familie mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden jährlich zahlt bei Gasag 1.127 Euro. Laut Verivox beim Konkurrenten goldgas Stadtwerke ohne Vorauskasse und Kaution nur 984 Euro. Sparpotenzial: 143 Euro. Mit Vorauskasse und Kaution 369 Euro. Grundsätzlich liefert bei Gas nicht jeder Anbieter überall hin, doch im Schnitt gibt es pro Postleitzahl neun Gasanbieter mit alternativen Tarifen.

Kann man bei Problemen vorübergehend ohne Strom oder Gas dastehen?
Definitiv nein. Der lokale Versorger ist gesetzlich verpflichtet, alle Haushalte zu versorgen. Sollte der neue Anbieter pleitegehen oder Lieferschwierigkeiten haben, muss der örtliche Versorger wieder einspringen. Er darf dann aber wieder seinen eigenen Preis für Strom oder Gas verlangen.

Gibt es spezielle Fallen, auf die man achten sollte?
Vorsicht beim Kauf von Strompaketen. Hier kann man für eine Pauschale eine bestimmte Anzahl von Kilowattstunden kaufen. Jeder zusätzlich anfallende Stromverbrauch wird ann aber teuer. Verbraucht man weniger, gibt´s nichts.

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Gelesen: 2396 · heute: 3 · zuletzt: 17. May 2012

Autor: admin
Datum: Dienstag, 27. Oktober 2009 20:40
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3 Kommentare

  1. 1

    Sind 8 Wochen bei einem Gasanbieter wechsel denn eine realistische Größe, Ich habe bei meinem letzten wechsel gut einen Monat mehr gebraucht, bis die die unterlagen in den Griff bekommen haben. Fand schon damals, dass es sehr viel war, aber im nachhinein mag man ja auch nciht wieder zurück.

  2. 2

    Ich stimme dem Autor des Artikels zu. Man sollte wechseln, wenn aus seinem alten Vertrag rauskommt. So lassen sich Strom und Gas sparen und tut auch seinem Portemonnaie etwas Gutes.

  3. 3

    ein anbieterwechsel kann sich schon lohnen wenn man bedenkt wie hoch die schwankungen von anbieter zu anbieter sind

    danke für den artikel

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