Mehr Energieberatung
Die Verbraucherzentralen fordern mehr Geld für Ihre Energieberatung. Der dafür zuständige Bundeswirtschaftsminister versprach, die Zuschüsse 2009 aufzustocken.
Die Verbraucherzentralen beraten bundesweit auch in Sachen Energieeinsparung und Effizienz. Doch reicht das dafür bereitgestellte Geld des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hinten und vorne nicht. Damit wird das von der Bundesregierung postulierte Ziel, Energie auch in Privathaushalten effizienter zu nutzen, konterkariert. Nur in wenigen Bundesländern fließen zusätzlich Mittel von Land oder Kommune. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) bringt dieses Problem deshalb schon seit längerem immer wieder zur Sprache.
Nun gibt es erste Erfolge: Im Herbst 2008, zum 30-jährigen Jubiläum der Energieberatung, versprach Bundeswirtschaftsminister Michael Glos den Verbraucherzentralen für 2009 eine Aufstockung der Mittel um 25 Prozent. Mit fünf statt zuvor vier Millionen Euro soll die Energieberatung dann gefördert werden. Allerdings wollen die Verbraucherzentralen langfristig weg von einer rein nachfrageorientierten Energieberatung. „Es ist wichtig, dass wir die Menschen aktiv ansprechen und nicht warten, bis sie zu uns kommen.“ Ohne Werbung gehe das nicht. „Wir gehen davon aus, dass sich die Zahl der Energieberatungen dann von bislang etwa 75.000 auf bis zu 200.000 Jahr pro Jahr erhöhen wird.“ Die Kosten dafür ließen sich mit fünf Millionen Euro nicht decken.
Thematisch konnten die Verbraucherzentralen ihr Angebot inzwischen entscheidend erweitern: Dank der Verabschiedung des neuen Rechtsdienstleistungsgesetzes dürfen die Energieberater jetzt auch Tipps zu Fragen wie dem Strom- und Gasanbieterwechsel geben, was ihnen zuvor verwehrt und allein den Rechtsberatern vorbehalten war.
Gerd Billen, Vorstand des VZBV, fordert zusätzlich zum Ausbau der Energieberatung weitere Maßnahmen: „Die Verbraucher müssen noch stärker in die Lage versetzt werden, ihre Rechte und Möglichkeiten im Energiemarkt wahrzunehmen und auszuschöpfen.“ Damit Energie für alle Verbraucher bezahlbar bleibe, müsse ein Förderprogramm für Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz im Volumen von mehreren Milliarden Euro her. „Im Gebäudebereich gibt es einen großen Sanierungsstau“, ergänzt Dudda. Diese Problematik stärker ins Blickfeld der Politik zu rücken, sei ein wesentliches Anliegen des VZBV.


