Solarstrom

Klingt wie ein Schildbürgerstreich, erweist sich aber als kluger Politiker-Schachzug, Solarenergie bei Hauseigentümern durchzusetzen: Man fängt mit Solarzellen Sonnenlicht ein und verwandelt es in Elektrizität – nutzt diese aber nicht selbst, was ja vernünftig wäre, sondern speist sie ins Netz des Stromversorgers ein. Der Strom, den man selbst aus der Steckdose zieht, ist nicht der eigene. Paradox, ja, aber der Clou ist ein doppelter: Erstens muss man den Strom nicht selbst in Batterien bevorraten. Und zweitens bekommt man für die eingespeiste Kilowattstunde mehr Geld, als man für eine verbrauchte bezahlt. Das Gefälle zwischen diesen beiden Preisen macht die Solar-Investition für den privaten Eigentümer attraktiv. Und so langsam bedeckt sich Deutschland mit blinkenden Photovoltaik-Flächen und dreht der CO2-Belastung eine Nase.
In abseits vom Netz gelegenen Häusern verbraucht man die Energie freilich selbst. Die dazu benötigten Batterien verteuern die Anlage, weil Solar-Akkus nach fünf Jahren erneuert werden müssen. Ortsfeste Akkus und Block-Akkus kosten dreimal mehr, halten aber bis zu 20 Jahre.
Amortisation
Für Anlagen, die an Gebäuden und Lärmschutzwänden montiert sind und noch 2008 in Betrieb gehen, gibt es momentan 46,75 Cent pro Kilowattstunde. Jedes Jahr, das man später einsteigt, schmilzt die Vergütung um 5 Prozent. Details erfahren Sie im Internet unter www.solarfoerderung.de.
Wie funktioniert eine Solarzelle?
Eine Solarzelle besteht aus zwei Siliziumschichten. Zwischen den beiden Schichten streunen immer lose Elektronen herum. Von außen merkt man nichts davon. Lichtstrahlen ändern das: Sie schlagen fest verankerte Elektronen aus ihrem Platz in der unteren Schicht und treiben diese über die Grenzschicht zur Oberseite. Je mehr Licht darauffällt, desto mehr Elektronen machen sich auf den Weg und sammeln sich an der Sonnenseite. Da es nur eine Laufrichtung gibt, bleiben in der unteren Schicht leere, positiv geladene Plätze zurück. Dorthin drängen die überschüssigen Elektronen, was aber nur über Kontaktgitter und Kabel gelingt: Es entsteht ein Stromfluss. Dabei entstehen keine Abfälle, keine Abgase, keine Geräusche und vor allem wird nichts verbraucht.
Wissenschaftler entwickelten mehrere Arten von Solarzellen, die sich unterscheiden in Aufbau, Material und Effizienz der Energieumwandlung. Das klassische Material ist Silizium. Es kommt in der Natur vor, muss aber aufwendig gereinigt werden, was die Sache teurer macht.
Monokristalline Zellen, einfarbig schwarz oder blau, kosten am meisten, sie wandeln 20 Prozent des Sonnenlichts in elektrische Energie um. Polykristalline Zellen schillern gemustert, verwerten 17 Prozent, kosten dafür weniger. Im Kommen sind Dünnschicht-Zellen: hundertmal zarter als kristalline Zellen. Das Material wird fein auf Glas oder Folie aufgedampft. Sie nutzen diffuse Strahlung besser, sind bei Verschattung toleranter und arbeiten in höheren Temperaturen besser als kristalline Zellen. Wirkungsgrad nur rund 10 Prozent, man braucht deshalb eine größere Fläche.
Was muss man säen, um solar zu ernten?
Die Leistung einer Anlage hängt ab von Aufbau und Fläche der Zellen und der Sonneneinstrahlung. Eine übliche Siliziumzelle von 10×10 cm liefert maximal 1,5 Watt. Also braucht man viele Zellen, koppelt diese zum Modul. Die Leistung des Moduls wird angegeben in Watt-Peak (Wp); 1 Kilowattpeak kann man erzeugen mit 7m2 Hochleistungszellen, mit 9m2 monokristallinen, mit 10m2 polykristallinen oder 20m2 amorphen Siliziumzellen. Optimal sind Süddächer mit 30 bis 35 Grad Neigung. Je mehr Abweichung nach Süd oder Ost, desto flacher muss man die Module neigen. Schatten von Kamin oder Gaube kann die Ernte schmälern. Staub, Ruß, Blätter können Anlagen verdunkeln.


